Entwicklungshilfeprojekt zur Beendigung der Genitalverstümmelung
Das FULDA-MOSOCHO-PROJEKT zählt zu den 5 weltbesten Projekten im Kampf gegen die Beschneidung von Frauen und Mädchen!
Dies hat das Innocenti-Research-Centre von UNICEF in seiner unlängst herausgegebenen Multi-Country-Study festgestellt. Die Ergebnisse dieser international hoch angesehenen Studie basieren auf 5 Jahre intensiver Recherche- und Evaluations-
arbeit von UNICEF.
Aufgrund der Erfolge des FULDA-MOSOCHO-PROJEKTES gilt KENIA nun als eines von 5 Ländern Afrikas mit beachtlichen Fortschritten im Kampf gegen die grausame Sitte.
Die 4 weiteren Länder sind Ägypten, Äthiopien, Senegal und Sudan.
Entscheidend für den Erfolg des FULDA-MOSOCHO-PROJEKTES sieht die Studie
die Ausbildung von Fachkräften nach dem Wert-Zentrierten Ansatz an,
which „has generated important changes in attitudes towards violence against women
and has also led to collective abandonment of FGM/C”
(FGM/C abandonment interventions in five countries, page 37)
Das FULDA-MOSOCHO-TEAM freut sich über die erneut zuteil gewordene internationale Anerkennung. In 2006 wurden das FULDA-MOSOCHO-PROJEKT und Prof. Dr.Muthgard Hinkelmann-Toewe (Entwicklerin des Wert-Zentrierten Ansatzes) durch das Europaparlament für den Menschenrechtspreis (Sakharov-Prize) nominiert.
Abigal und mit ihr tausende Mädchen können durch uns mit Ihrer Hilfe vor dem Schicksal der Beschneidung von Frauen und Mädchen gerettet werden.
Abigal ist 4 Jahre alt. Im Dezember wird sie nichtsahnend von ihrer Mutter zur Beschneiderin gebracht. Gewaltsam festgehalten auf einem Stein,
wird ihr mit einer Rasierklinge ihr Sexualorgan, die Klitoris, herausgeschnitten. Ihre Schreie, ihr Wehren – vergebens.
Abigal lebt in Kenia. Dort wird bei der Ethnie der Kisii, wie in Somalia, wo UN-Sonderbotschafterin Waris Dirie aufwuchs, nahezu jedes Mädchen (96 %) Opfer weiblicher Genitalverstümmelung (Female Genital Mutilation /FGM).
Unser Fulda-Mosocho-Programm
Weltweit sind 150 Mio. Frauen betroffen. Längst dringt das Problem durch Migration zu uns nach Deutschland: über 30.000 Frauen leiden an den Folgen. Tausende Mädchen und junge Frauen, vielleicht sogar in unserer Nachbarschaft, sind von dem Ritual bedroht, das ihnen ihre Sexualität und ein unversehrtes, gesundes Leben raubt. Nicht wenige verbluten.
Das Fulda-Mosocho-Programm hat seit 2002 in der Mosocho-Region Kenias über 16.000 Mädchen vor der weiblichen Genitalverstümmelung gerettet. Die Verstümmelungsrate sank um 70%. Das Projekt, das nach dem Wert-Zentrierten Ansatz arbeitet, wurde zusammen mit Prof. Dr. Muthgard Hinkelmann-Toewe, die diesen Ansatz entwickelte, vom EU-Parlament für dessen Menschenrechtspreis nominiert.
Die Multiplikatoren/-innen von Mosocho gehen nun mit uns in zwei Nachbarregionen, die angefragt haben. Dort leben 35.000 akut bedrohte Mädchen.
Auch in Deutschland gilt es, bedrohte Mädchen zu bewahren und Migrantenfamilien zu erreichen.
Was wir tun … und wie
Wir:
- entsenden Anti-FGM-Fachkräfte unserer Organisation nach Kenia
- bilden dort in Seminaren zu Multiplikatoren /-innen aus
- unterstützen diese in der Praxis
Wir:
- vermitteln Wissen und Know-How, mit denen Entscheidungen für die eigenen Töchter getroffen und dann ganze Jahrgänge von Mädchen gerettet werden
- knüpfen an, wo die Menschen stehen, erarbeiten zu ihren Fragen mit ihnen Antworten. Sie gehen bereichert nach Hause. Das schafft einen Run auf die Seminare
- erreichen so alle Zielgruppen, die das Schicksal der Mädchen in der Hand haben: Lehrer/-innen, Eltern, Kirchenführer, Bürgermeister, Clanälteste, Beschneiderinnen…
- beziehen Männer bewusst mit ein: denken die Entscheidungsträger erst einmal um, heiraten ihre Söhne „Unversehrte“, ist Erfolg über Generationen garantiert
- befreien Mütter von unendlicher Last
Die Erfahrungen der Kenia-Arbeit nutzend leiten wir über Hilfe zur Selbsthilfe Hand in Hand nun auch mit Migranten/-innen erste Schritte zur flächendeckenden Überwindung der Problematik in Deutschland ein.
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