Das Fulda-Mosocho-Programm in Kenia
1) Hintergrund
Das Fulda-Mosocho-Projekt wurde im Jahr 2001 von Prof. Dr. Muthgard Hinkelmann-Toewe initiiert. Projektträger ist der Verein Lebendige Kommunikation mit Frauen in ihren Kulturen e.V. (LebKom).
Hintergrund für das Engagement in der Region Mosocho Kenias ist die dort stark verbreitete Praxis der Beschneidung.
Ungeachtet des in Kenia geltenden Verbots, wurde in der Kisii-Ethnie bei Projektstart nahezu jedes Mädchen beschnitten (97,8%), um als vollwertiges und heiratsfähiges Mitglied der Gemeinschaft („Omoiseke“) zu gelten. Ziel des Fulda-Mosocho-Projekts ist es, die seit Jahrtausenden praktizierte Genitalverstümmelung im Dialog und in Zusammenarbeit mit den Kisii zu überwinden und somit die physischen und psychischen Lebensbedingungen der Frauen zu verbessern.
2) Die Arbeit vor Ort
Das Projekt soll zur individuellen Entscheidung für die Unversehrtheit der eigenen Töchter befähigen. Ein zentrales Element der Arbeit in der Region Mosocho bilden die von Sozialpädagogen aus Fulda geleiteten Fortbildungsprogramme, die vor allem die physischen und psychischen Auswirkungen der Beschneidung behandeln und mit den Teilnehmern Strategien zur Überwindung der Praxis erarbeiten. Allgemeine Sexual- und Geschlechterkunde, Familienplanung und AIDS-Prävention sind weitere wichtige Inhalte der Seminare.
An der ersten akademischen Fortbildung, die von 2002 bis 2005 durchgeführt wurde, nahmen 210 Schulleiter, Lehrer und Lehrerinnen teil, die durch das Erlernte so motiviert waren, dass sie in ihren Familien, im Unterricht, in Gesprächen mit Eltern, in der Nachbarschaft, auf Dorfversammlungen und im Kontakt mit einflussreichen Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens eine enorme Multiplikatorenwirkung entfalteten.
Nur 2 Jahre später konnte ein weiteres Weiterbildungsprogramm, diesmal für lokale 265 Führungskräfte durchgeführt werden. So etwas gab es noch nie: ein Weiterbildungsprogramm unabhängig von Alter, Geschlecht und Bildungsgrad – hatten doch gerade weibliche Clanälteste noch nie in ihrem Leben die Chance eine Schule zu besuchen!
Darüber hinaus sind bis heute Hunderte von Workshops, und Seminaren für Führungskräfte, Frauengruppen, Eltern und Kinder durchgeführt worden.
2012 läuft die 5. Runde der Wert-Zentrierten Elternschulen in 14 Gemeinden, die 2008 begannen. Bis heute nahmen über 1000 junge Eltern zum ersten Mal das Angebot für ihre persönliche Entwicklung wahr.
Ziel ist, junge Eltern zu erreichen, um deren 0- bis 4-jährige Mädchen vor der Verstümmelung zu bewahren. Diese Kinder sollen ohne Trauma und in einer sie wertschätzenden Atmosphäre aufwachsen!
Entscheidend in dieser Arbeit ist bei allen Fortbildungsmaßnahmen der von Prof. Dr. Hinkelmann-Toewe entwickelte Wert-Zentrierte Ansatz:
3) Erfolge
- Zehntausende Mädchen sind nachhaltig vor der weiblichen Genitalverstümmelung bewahrt.
- Die Rate der bedrohten Mädchen ist durch die Projektarbeit von 98% auf unter 30 % reduziert.
- 100 Beschneiderinnen entschieden sich, ihr blutiges Handwerk niederzulegen und sich für die Rechte von Mädchen einzusetzen.
- ausgehend von der Mososcho Division sind mit dem Marani Distrikt und dem Kisii-South Distikt bereits 3 Regionen aktiv
Was das Fulda-Moscho-Projekt darüber hinaus noch leistet:
- Männer entdecken den Wert der Frau und ändern ihr Verhalten
- Männer arbeiten daran, gleichwertige Partnerschaften zu gestalten und freuen sich darüber
- Reduzierung von häuslicher Gewalt ist damit logische Konsequenz
- Reduzierung der HIV / Aids Rate und der Armut
4) Ziel: nachhaltige und umfassende Verbesserung der Lebensqualität – vollständige Überwindung von Genitalverstümmelung
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Fulda-Mosocho-Projekts legen besonderen Wert auf Nachhaltigkeit: Nur durch grundlegenden Bewusstseinswandel kann die Beschneidungspraxis auf Dauer überwunden werden.
Die kenianischen Menschen bestätigen das. Sie sprechen von „Real teaching“ und es bestehen Listen mit Hunderten von Interessierten, die auf ihre Teilnahme an Seminaren nach dem Wert-Zentrierten Ansatz warten. Sie streben nach Entwicklung.
Um die Anfragen beantworten zu können, braucht es Ihre finanzielle Unterstützung!
Helfen auch Sie mit.
Die Projektbeschreibung ist mit freundlicher Unterstützung der PR-Agentur SYMPRA erstellt

