Genitalverstümmelung erfolgreich beenden!

Ausbildung im Kampf gegen die Beschneidung

Herzstück unserer Arbeit

Die Anfrage von mutigen Müttern der Kisii-Ethnie, eine Umgebung zu schaffen, in der sie sich frei von gesellschaftlichem Druck für die Unversehrtheit und gegen die Beschneidung ihrer Töchter entscheiden können, war der Startschuss für die Seminar- und Ausbildungsarbeit des FULDA-MOSOCHO-PROJEKTES.  Eine Co-Finanzierung durch die EU für 3 Jahre ermöglichte die Verwirklichung der Pläne und Wünsche in der Anfangsphase. Hand in Hand mit den Einheimischen konnte  das gemeinsam erarbeitete Projektkonzept seither umgesetzt werden: Mit speziellen Seminaren und Schulungsprogrammen die Menschen vor Ort darin auszubilden, in ihren Familien und ihrer Umgebung einen kulturellen Wandel in Gang zu bringen, der ihre Töchter unversehrt aufwachsen lässt.

Ausbildungsarbeit Mann

Ausbildung auf Augenhöhe

Warum benötigt es unsere psycho-soziale Ausbildung zur Beendigung von FGM?

Nehmen wir als Beispiel für die Beendigung der Praktik FGM das Bild eines Baumes – stutzt man die Krone, wächst stets wieder etwas nach. Macht man sich jedoch an den Wurzeln zu schaffen, hat der Baum nur wenig Überlebenschance.

Bezogen auf die Beschneidung heißt dies: Wirksam ist, zur Beendigung von Genitalverstümmelung an den Wurzeln der Praktik zu arbeiten – nämlich der dort herrschenden Diskriminierung von Frauen und Mädchen.

Um dies in Bewegung zu bringen, benötigt es eine sensible, psycho-soziale Seminararbeit mit den Menschen vor Ort. Besonders Männer müssen angestoßen werden, ihr Verhalten Frauen gegenüber freiwillig zu ändern.

Dies bildet den Kern unserer Arbeit – und ist hocherfolgreich.

An wen richtet sich die Ausbildung?

Ausgebildete Lehrer gegen FGM

graduierte Lehrerinnen und Lehrer nach ihrer 3-jährigen Ausbildung

Den Anfang bildete von 2002 bis 2005 eine Intensivausbildung für Lehrerinnen/Lehrer und Schulleitungen. Sie umfasste insgesamt 210 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, berufsbegleitend, und mit Fokus darauf, dass mindestens 50% Männer daran teilnehmen. Männer als Entscheidungsträger in den Ethnien sind dabei die Hauptzielgruppe unserer Arbeit.

Des Weiteren führten wir durch und bieten an:

  • Seminare für Beschneiderinnen
  • Ausbildung für Führungskräfte (1,5 Jahre)
  • Sensibilisierungskampagnen
  • Ständige Weiterbildung der Facilitators – dem festen kenianischen Ausbilder/innenstamm des FULDA-MOSOCHO-PROJEKTS

Jede Zielgruppe benötigt eine andere Ansprache, einen unterschiedlichen Umgang mit den Themenbereichen. Unsere Anti-FGM-Fachkräfte sind dafür qualifiziert, sich auf die jeweiligen Bedürfnisse einzustellen.

Ausbildungsinhalte – was wird vermittelt?

  • Neueste wissenschaftliche Erkenntnisse zu den Bereichen Sexuelle und Reproduktive Gesundheit
  • Fakten zu FGM sowie die psychischen und physischen Auswirkungen dessen
  • Sensibilisierende Inhalte zu Themen wie Gleichberechtigung, Situation von Mädchen und Frauen, Familienleben
  • Elemente der Pädagogik: Reflexionsfähigkeiten, Kommunikationsskills, Teamarbeit
  • Die Begleitung bei der Umsetzung des Gelernten in die Praxis
Deutsche und kenianische Ausbilderin

Deutsche und kenianische Ausbilderin arbeiten Hand in Hand

Die Teilnehmer/innen beziehen den Lehrstoff auf sich. Dann geben sie ihr neues Wissen weiter an Eltern, Kollegen/-innen und Schulkinder, mobilisieren Bürgermeister und Clanälteste, retten so ganze Jahrgänge und zuallererst ihre eigenen Töchter und Enkelinnen vor der Beschneidung.

Aus der großen Gruppe der Ausbildungsteilnehmer, die in ihrem Umfeld Veränderungen zum Wohle von Frauen und Mädchen anstießen und durchgetragen haben, kristallisierte sich im Laufe der Zeit eine Gruppe von Leuten heraus, die sich zum Ziel setzten, wiederum andere Menschen ausbilden zu wollen, um den Kampf gegen FGM möglichst effektiv zu gestalten. Sie nennen sich heute „Facilitators“ und führen u.a. beispielsweise  die Wert-Zentrierten Elternschulen durch.

Regelmäßig finden Seminare für die Facilitators statt, die teilweise von einer unserer Anti-FGM-Fachkräfte geleitet werden – es bedarf eines ständigen Erfahrungsaustausches und der Möglichkeit nach Weiterentwicklung und Fortbildung.

Wer bildet aus?

Kenianerin freut sich über ihre AusbildungUnsere Anti-FGM-Fachkräfte, Diplom-Sozialpädagoginnen, geschult vom CENTER for PROFS im Wert-Zentrierten Ansatz.

Auch die kenianischen Facilitators sind nach der Aus-, Fort- und Weiterbildung durch die Anti-FGM-Fachkräfte wiederum in der Lage, andere Menschen auszubilden.

Unser Ziel:

Bei allen Maßnahmen des FULDA-MOSOCHO-PROJEKTES ist gewährleistet, dass sie durch hohe Beteiligung und Einsatz der Menschen selbst realisierbar sind. Das von uns Geleistete führt zu keinen Abhängigkeiten, sondern ist Hilfe zu direkter nachhaltiger, flächendeckender Selbsthilfe. Die gesamte Kooperation mit den Menschen vor Ort ist dem Ziel verpflichtet, vorhandene Potentiale zu wecken, zu aktivieren und zum Einsatz zu bringen.

Ziel ist, die deutsche Beteiligung immer mehr zu reduzieren, bis am Ende des jeweiligen Projektrahmens sämtliche Aufgaben komplett von den Kenianerinnen und Kenianern gestemmt werden und die Enkel und Enkelinnen ihre Großeltern irgendwann fragen: „Was war eigentlich diese Weibliche Genitalverstümmelung?“ und diese die Frage auch nicht mehr beantworten können.

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