Genitalverstümmelung erfolgreich beenden!

Elternschulen zur Beendigung von Genitalverstümmelung

Wie sehen unsere Wert-Zentrierten Elternschulen aus?

Auf Wunsch der Bevölkerung wurden in der Mosocho-Region nachhaltige Möglichkeiten und Strukturenfür ein Ende der Beschneidung von Frauen geschaffe. In extra hierfür entstandenen, lokal verankerten Schulen lernen die Eltern, ihre Kinder -Töchter wie Söhne – gleichberechtigt aufwachsen zu lassen. In Seminaren nach dem Wert-Zentrierten Ansatz erfahren und erleben sie, dass der Wert eines Menschen nicht vom Geschlecht abhängt.

Gegenseitiger Respekt und wertschätzender Umgang miteinander, insbesondere von Ehemännern und Partnern gegenüber ihren Frauen ermöglichen ein harmonisches Zusammenleben.  Ein wesentlicher Schritt im Kampf gegen FGM.

Gewalt in der Familie muss nicht sein – viele der männlichen Teilnehmer möchten den Umgang mit ihrer Frau nach den Elternschulen verändern.

In 5-tägigen Schulungen werden den Eltern und auch Großeltern Denkanstöße gegeben, durch die sie sich ihrer häufig gewaltgeprägten Familiensituation gewahr werden und der Wunsch entsteht, sowohl bei Männern als auch bei Frauen, diese zu verändern.

Ursprung der von Teilnehmern/innen angesprochenen Gewalterfahrungen in ihren Familien ist in fast allen Fällen die Ungleichberechtigung von Mann und Frau.
Aus der Erkenntnis, dass der Wert eines Menschen nicht vom Geschlecht abhängt, kombiniert mit anatomischem Wissen über die Geschlechts- und Sexualorgane von Mann und Frau, kann schließlich die Entscheidung entstehen, die Töchter unversehrt aufwachsen zu lassen.

Speziell  geschulte  Lehrerinnen  und  Lehrer

Eine wichtige Grundlage für die Verwirklichung der Menschenrechte ist gelegt. Nun geht es darum, Ängste vor gesellschaftlicher Ausgrenzung und Verachtung sowie Mythen, dass unbeschnittene Töchter und Frauen sich ohne die grausame Beschneidungserfahrung unsittlich verhalten könnten, aus dem Weg zu räumen. Die kenianischen Lehrerinnen und Lehrer (Facilitators), die eine intensive Wert-Zentrierte Ausbildung absolviert haben, die von einer unserer Anti-FGM-Fachkräfte aus Fulda vor Ort in Mosocho durchgeführt wurde, sind bestens auf diese Aufgabe vorbereitet.
 
Durch Geduld, gute Kommunikationsfähigkeiten und Fachkenntnisse lösen sie Bedenken, Mythen und Ängste, die von den Teilnehmern zur Sprache gebracht werden, auf.

Fokus  auf  Hardliner – hartnäckige Verfechter der Genitalverstümmelung

Seit 2008 werden unsere Elternschulen in allen 14 Gemeinden von Mosocho durchgeführt. Nun werden Elternschulen speziell auch in den entlegeneren Gebieten Mosochos angeboten, wo noch vermehrt sogenannte Hardlinerfamilien leben; Familien, die besonders hartnäckig an dem Ritual der Beschneidung festhalten.  
 
Dem gingen zahlreiche Familienbesuche voraus, in denen erste vorsichtige Kontaktaufnahmen stattfanden – eine besondere Herausforderung für das kenianische Lehrer-Team  und rund 400 engagierte kenianische Ehrenamtliche. Die Hardlinerfamilien stellen eine Aufgabe dar, für die es viel Zivilcourage und Fachwissen benötigt.
Möglich wird dies durch finanzielle Unterstützung von AlternAid – Stiftung für Menschen in Not, die seit 2012 die Wert-Zentrierten Elternschulen mit 75% der Kosten bezuschusst. Der verbleibende Teil wird durch Spendenmittel von LebKom aufgebracht. Die Elternschulen sollen auch im kommenden Jahr fortgesetzt werden  –  mit einer Spende können Sie dazu beitragen!

Erlebnisse  aus  Raganga

(aus dem Arbeitsaufenthalt einer LebKom-Praktikantin)

Gespräch gegen Genitalverstümmelung

eine Facilitator im Einzelgespräch mit einer Teilnehmerin einer Elternschule

Elternschule Raganga, 5. Tag, Übergabe der Abschlusszertifikate
Eltern und Großeltern, Väter wie Mütter, die volle 5 Tage teilgenommen haben und daraufhin ein Zertifikat überreicht bekommen, sind voller Freude und tanzen singend durch den Raum. Eine Frau geht still auf ihren Platz zurück und hält sich außerhalb des Trubels.
 
Facilitator Jane, die diese Elternschule verantwortlich durchführte, fragt, was sie bedrücke. Deren Antwort: „Ich kann mich noch nicht dafür entscheiden, meine drei weiteren Töchter nicht beschneiden zu lassen.“ Sie spricht von ihrer Sorge, dass ihre Töchter dann unanständig werden könnten und sie später kein Mann heiraten wolle.
 
Wohl wissend, dass dies ein verbreitetes Argument für die Beschneidung ist, schlägt Jane vor, die Frau zu besuchen, und mit ihr nochmal in Ruhe und in vertrauter Atmosphäre über ihre Ängste zu sprechen und gemeinsam zu überlegen, wie sich diese beseitigen lassen. Die Teilnehmerin nickt, ihr Blick wird freundlich, fast erleichtert.
 
Später berichtet Facilitator Jane, dass die Teilnehmerin auch ihre Mutter, Schwiegermutter und ihren Ehemann bei dem Gespräch dabeihaben möchte, um mit allen zusammen über all‘ das Neue und das Schicksal ihrer Töchter zu sprechen.
 
Jane ist zuversichtlich, dass für die Teilnehmerin und ihre Familie nach diesem Gespräch die Entscheidung gegen die Beschneidung und für die Unversehrtheit der Mädchen gereift sein wird. „Es ist sehr wichtig, dass die Menschen auch zweifeln und hinterfragen. Besonders positiv ist natürlich, wenn sie uns ihre Zweifel offen mitteilen und gleichzeitig um weitere Hilfestellung zur Entscheidungsfindung bitten. Das zeigt erstens Vertrauen und zweitens, dass die Entscheidung, wie auch immer sie am Ende ausfällt, wirklich von Herzen kommt.“
 


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A K T U E L L E S

Aktuelle Projektentwicklungen in Kenia:

Die Ausweitung in die Nachbarregionen Mosochos geht in so großen Schritten voran, dass wir mit dem Berichten kaum hinterherkommen!

Neueste Infos dazu nun auf unserer Website.

 

 

 

 

 

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