Genitalverstümmelung erfolgreich beenden!

Sensibilisierungskampagne gegen FGM

Ausweitung in die NachbarregionenNachdem die Erfolge beim Kampf gegen die Beschneidung von Mädchen und Frauen in Mosocho sich auch außerhalb des Region herumsprachen, wurden Stimmen aus den Nachbarregionen laut, eine solche Entwicklung auch in der eigenen Umgebung haben zu wollen – in Marani und Kisii South. Dort liegt die Beschneidungsrate noch bei über 90% und bei ca. 219.000 Einwohnern sind rund 20.000 Mädchen akut bedroht.

In 2011 war es soweit:

Eine Sensibilisierungskampagne, für lokale Führungskräfte zum Thema Weibliche Genitalverstümmelung, startete, mit finanzieller Förderung aus Mitteln des BMZ, der hessischen Stiftung ProAfrika und unserer Spenderinnen und Spender.
180 Bürgermeister, Schulleiter, Vorstände und andere Offizielle trugen sich in die Teilnehmer-Listen ein und nahmen, aufgeteilt in 6 Kursgruppen mit mehrtägigen Schulungseinheiten, daran teil.
Die Leitung des Projektes und die Durchführung der Unterrichtseinheiten lagen bei LebKom e.V., unterstützt von Aktiven der Mosocho-Region, die im WZA ausgebildet sind.

Worum ging es in der Sensibilisierungskampagne?

Stellen wir uns den Job eines Bürgermeisters vor.
Da Weibliche Genitalverstümmelung seit 2001 in Kenia gesetzlich verboten ist, ist er seitens der Regierung gefordert, bedrohte Mädchen zu schützen.
Die Mehrheit seiner Gemeinde, in der er verwurzelt ist, setzt sich jedoch vehement für den Fortbestand der Praktik als wichtigen Kulturbestandteil ein. Die Führungskräfte stehen somit in einem ungeheuren Spannungsfeld zwischen Gesetz und gesellschaftlichem Druck.
Ziel war nun, das Spannungsfeld aufzulösen und so Voraussetzungen zu schaffen für öffentliche, tabufreie Gespräche und Diskussionen zu FGM.
Unter anderem stehen Kerneinheiten zur Anatomie der Geschlechts- und Fortpflanzungsorgane auf dem „Stundenplan“.

Nach anfänglicher Skepsis der Teilnehmer „Was und warum will uns denn diese junge, weiße Frau zu UNSERER Kultur erzählen?“ gelingt es unserer Anti-FGM-Fachkraft, eine wertschätzende und offene Atmosphäre zu schaffen.

Ob pro oder contra Beschneidung, jeder Meinung wird hier respektvoll begegnet.

Mark, einer der Schulleiter: „Als ich erfasste, welch wertvolle Anatomie hier zerstört wird, war mir klar, hier MUSS etwas getan werden. ICH muss was tun, WIR müssen etwas tun!“

Höhepunkt der Sensibilisierungskampagne sind die öffentlichen Veranstaltungen in Marani und Kisii South. Der Marsch, bei dem sich die Teilnehmenden öffentlich, singend und tanzend gegen die Praktik der Beschneidung und für den Erhalt der Klitoris positionieren, löste großes Staunen an den Straßenrändern aus. Etwas Derartiges hatte es dort noch nie gegeben.

 

Die Sensibilisierungskampagne hatte den gewünschten Erfolg.

Sie hat dazu geführt, dass die Führungskräfte – entscheidende Meinungsträger in Marani und Kisii South – neue Sichtweisen zur Beschneidung von Mädchen und Frauen eingenommen haben und sich nun für ein Ende des Rituals FGM einsetzen.

Ihre Idee: hierfür mit Unterstützung des FULDA-MOSOCHO-PROJEKTES ihre Dorfversammlungen, sogenannte Barazas, nutzen zu wollen.

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A K T U E L L E S

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